DMB Europa-Winter-Tour 2010 – I. Teil

April 13, 2010 in DMB in Europa, Konzertreviews von BrettiMatthews

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European TourWar es nicht vorgestern, als die Winter-Europa Tour 2010 der Dave Matthews Band angekündigt wurde? Kommt es Euch nicht auch vor, als ob die Tour erst gestern zu Ende ging? Unglaublich – so lang dieser Winter war, so schnell gingen die Wochen der einmonatigen Europa-Tour von DMB vorbei – Zeit für einen kleinen Rückblick.

Vorgeschichte:
2007 schnupperte DMB nach neun langen Jahren erstmals wieder europäische Luft: vier Konzerte und das PinkPop Festival in Holland. Auf dem Programm standen London und Dublin, dazu Brüssel und Lissabon. In Portugal gab es schon lange Internet-Petitionen an die Band, doch mal nach Portugal zu kommen (Selbst ich als Deutscher schrieb mich ein). Das Lissabon-Konzert war so sensationell, dass die Band es nicht nur als LiveTrax 10 veröffentlichte, sondern wohl auch Geschmack daran fand, den europäischen Markt zukünftig erneut zu versuchen.

2009 überquerten DMB erneut den Atlantik: Das neue Album „Big Whiskey and the Groogrux King“ wurde auf einigen Festivals (darunter Montreux) im Juni/Juli vorgestellt. Neben den Festival-Auftritten gab es komplette Shows in Brixton, Wolverhampton, Paris und erneut Amsterdam. Auch in Italien gab es erstmals einen Auftritt: in der Toskana spielte DMB in Lucca einen tolle, lange Open-Air-Show, die später im Album Europe 2009 komplett veröffentlicht wurde. Hier war die gute Fan-Arbeit von Con-Fusion (der italienischen Fan-Organisation) maßgeblich daran beteiligt. Die zweite Brixton Show wurde mit demselben Album als DVD veröffentlicht – toll!

Deutschland wurde weiterhin ausgespart. Einzig Dave und Tim spielten vor handverlesenem Publikum bei Warner (ihrer neuen Plattenfirma in Europa) in der Deutschland-Zentrale in Hamburg einen kleinen Akustik-Set.

Europa Winter-Tour 2010:
Noch vor der Veröffentlichung der US-Sommer-Tour Daten wurde eine Winter-Tour von DMB angekündigt: 18 Konzerte, davon fünf in Deutschland, erstmals eines in Österreich, drei Konzerte in Italien, je eines in Dänemark, Schweden und Irland. Dazu erneut Amsterdam, ein Konzert in Belgien und vier in Groß-Britannien.

DEUTSCHLAND: Hamburg, Berlin, München, Köln und Frankfurt
ÖSTERREICH: Wien
ITALIEN: Mailand, Rom und Padua
NIEDERLANDE: Amsterdam
BELGIEN: Antwerpen
UK: London, Manchester, Glasgow und Birmingham
IRLAND: Dublin
DÄNEMARK: Kopenhagen
SCHWEDEN: Stockholm

Die Konzerte in Skandinavien waren rasch ausverkauft gemeldet, umso erstaunlicher, dass diese zwei Konzerte im Anschluss vom Anfang der Tournee ans Ende verlegt wurden. Somit gab es einen Tour-Start in Deutschland, in Hamburg. Bis auf Amsterdam und London wurden alle Stationen 2009 nicht betourt, so dass es klar war, dass es wieder eine sehr „Big Whiskey and the Groogrux King“-lastige Promotion Tour werden würde. Immerhin ist dieses Album durch den Wechsel der Plattenfirma auxh as einzig aktuell in Läden erhältliche Album außerhalb der Imports – irgendwo also eine Art Neustart für DMB in Europa.

Die Songs
songstatistikDMB spielte 12 der 15 Songs von Big Whiskey, wie das Album in Europa erschien. Einzig „Grux“, „Dive In“ und „Write a Song“ wurden nicht gespielt. Jedes Konzert enthielt „Funny the way it is“, „Shake me like a monkey“, „Lying in the hands of God“ und „Seven“, die wohl beliebtesten vier Songs der Band oder von Dave auf dem neuen Album.
Erstaunlich, dass das Leroi gewidmete „Why I am“ fünfmal nicht gespielt wurde und auch das Daves Tochter Stella gewidmete „Alligator Pie“ lediglich dreimal gespielt wurde. Die meisten Big Whiskey Songs wurden in München gespielt (10), im Schnitt wurden sieben bis acht Songs des neuen Albums gespielt, rund die Hälfte aller Songs waren „aktuelle“ – die zu erwartende Promotion-Tour!

Von den CDs Stand Up und Everyday – im allgemeinen bei den Fans als schwächste Alben gewertetet – wurden insgesamt nur drei verschiedene Songs gespielt: neben einem „When the world ends“ in Padua insgesamt auch viermal „Everyday“, von Stand Up wurde insgesamt 12mal „You might die trying“ gespielt. Ein Song, der sich unglaublich gut entwickelt hat und ein echtes Erlebnis ist für Band und Publikum.

Für alle lang eingesessenen Fans wurden aber auch ein paar Perlen gestreut:
Big Eyed Fish“ tauchte in England wieder auf und schwamm bis Tourende. „Sugar Will“ erlebte auch ein Comeback. Nach einigen Anspielungen wurde London mit einer Voll-Version überrascht.

Wirklich einmalige Erlebnisse gab es zudem neben Padua (“When the worls ends”, “One sweet world”) auch in München („PNP/Rapunzel“), in Frankfurt („Granny“, „Loving Wings“), in Rom (“The Maker”, “Warehouse”) und in London (“Stay”).

Insgesamt wurden auch fünf verschiedene Coverversionen gespielt. All along the watchtower (Bob Dylan/ 9x) Burning down the house (Talking Heads/ 6x) Sledgehammer (Peter Gabriel/ 5x) Still Water (Daniel Lanois/ 4x, jedoch nie vollständig) The Maker (Daniel Lanois/ 1x)

Gespielte, bislang als Studio-Version unveröffentlichte Songs: Anyone seen the bridge (6x gespielt) Sister (4x gespielt) Granny ( 1x gespielt) Sugar will (2x gespielt)

Die Band zeichnete eine große Spielfreude aus. Es war immer sehr viel Intensität auf der Bühne zu spüren. „Lying in the hands of God“ hat sich zu einem langen Stück entwickelt mit tollen Solo-Einlagen seitens. Loving Wings in Frankfurt dauerte auch fast neun Minuten und hatte in der zweiten Hälfte tolle Sequenzen von Jeff und Rashawn. Two Stepp enthielt wieder phantastische Drum-Solos von Carter. Boyd geriet dabei bei manchen Konzerten etwas aus dem Blickfeld – er erschien schon einmal präsenter mit seinen Solos. Lag das an der Songauswahl oder Besetzung?

Fortsetzung – Tour-Rückblick II. Teil
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