Dave Matthews Band im Münchner Zenith (20.2.2010)

März 8, 2010 in DMB in Europa, Konzertreviews von silke-s

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MÜNCHEN: Meine Stimmung vor dem Konzert war sehr ambivalent…nach fast zwölf Jahren mein erstes DMB Konzert in Deutschland. Auf Bildern sieht das Münchner Zenith seltsam aus: eine ehemalige Eisenbahn-Werkstatt aus dem Jahr 1918, nicht im Stadtzentrum, sondern draußen nahe Messe und Allianz-Arena.

Trotz Plusgraden war noch Winter in München, Schnee auf den Wegen und vereiste Parkplätze. Mit meiner Frau, meiner älteren Schwester und meinem Schwager sowie Christoph, einem großen DMB Fan aus der Nähe von Stuttgart, fuhren wir aus dem Saarland in die bayerische Landeshauptstadt.

Die Setlist vom Vorabend in Wien, besonders die Zugabe, las sich nicht besonders spektakulär. Mein Gefühl war zwiespältig: Wird es das Konzert sich mit Paris 2009 messen lassen können? Wird es meinem Schwager (sein erstes Mal DMB) und meiner Schwester (2007 war sie in Brüssel mit dabei) gefallen? Meine Frau war 1998 mit auf der Loreley und musste seither meine DMB-Hysterie ertragen, teilte diese jedoch nicht im gleichen Maße.

Um 18 Uhr standen wir vor der Halle: riesengroß und kalt, aber ein cooles, altes Gebäude. Garderobe, Bierstände und Bühne in einem großen Raum. Die Band musste vom Backstage-Bereich, der eigentlich ein seitlicher Frontstage-Raum war, über einen seitlichen Gang fünf Meter oberhalb des Publikums bestimmt 30 Meter bis zur die Bühne gehen – fast eine Art Catwalk!

Alberta Cross eröffneten das Konzert in einer zu einem Drittel gefüllten Halle, angesagt von Dave persönlich. „Der Mann hat Stil!“ lobte mein Schwager aus Reutlingen (60+ und großer Rolling Stones Fan). Die Vorgruppe stimmte auch 2009 in Paris auf DMB ein – dieses Mal gefielen sie gleichwohl besser. Aber ob es jemals zum Mitjammen bei #41 reichen wird?

Um zehn nach acht eröffnete DMB mit PNP/Rapunzel – toll! Einst sah ich es schon 1998 auf der Loreley. Zu meiner Freude kein Opener „Don’t Drink The Water“ oder „Bartender“, die ich schon sah. „Funny The Way It Is“ (mag ich sehr) sowie ein superfrisch klingendes „You Might Die Trying“ folgten – eins der besseren Stücke von Stand Up.

In der inzwischen sehr gut gefüllten Halle dankte das Publikum mit bester Laune. Mit „Seven“, „Why I Am“, „Squirm“ und „Spaceman“ kamen gleich vier Stücke vom neuen Album hintereinander – aber das Konzert ist nun mal in Deutschland und hier wird die Band über das neue Album promotet, gut so! Ich fand alle Stücke klasse gespielt. Danach als Tourdebut der Klassiker „Crash Into Me“ – herrlich. Danach LITHOG – superlang, toll gespielt und mit einem ganz langen Saxophon-Outro von Jeff zusammen mit Tims Gitarre. Als nächste Überraschung klang das Talking Heads-Cover „Burning Down The House“ am Anfang fast wie das Original – die Stimmung des Publikums steigerte sich weiter. Ein kurzes „You & me“ war die passende „Abkühlung“, weil danach als nächstes Tourdebut „Crush“ kam, worauf ich sehr gehofft hatte. Inzwischen war das Gedränge so groß, dass meine Frau etwas nach hinten ging, doch auch dort war es sehr voll, wie sie sagte. Das Konzert war klasse besucht! Auf „Crush“ folgten „Alligator Pie“ und „Shake Me Like A Monkey“ – aus meiner Sicht ein „Must play“ auf der Bühne und genau richtig zu dem Zeitpunkt.

Nächste Überraschung: Dave begann das leise Daniel Lanois-Cover „Still water“, einst erstmals in Offenbach gespielt – also musste gleich „Don’t Drink The Water“ kommen… aber das Publikum klatschte im Rhythmus mit und die Pause wurde immer länger. Dave schaute erfreut ins Publikum…immer noch Pause. Das Publikum klatschte schneller und erst nach einer gefühlten Minute kam das donnernde „Don’t Drink The Water“ als „Closer“. Hier auf YouTube findet man die spannenden Minuten:



Für die Zugabe kam Dave alleine zurück und die Klänge von Baby Blue erklangen auf einer kleinen Gitarre:



Anschließend übernahm Boyds Violine für Two Step! WOW! Bestimmt wieder 20 Minuten und Carters Solo in der gleichen Liga wie auf der Brixton-DVD. Ich finde seine Soli noch besser als vor zwei Jahren.

Carter warf zum zweiten Mal Sticks in die Menge. Die Stimmung kochte, die Band ging – aber kaum jemand aus dem Publikum. Heftig gefordert gab es tatsächlich eine zweite Zugabe und wunderbar: Bob Dylan’s „All Along The Watchtower“! Zum ersten Mal, dass ich es live erlebte, flippte auch mein Schwager –ein großer Dylan Fan- vollends aus.

Danach ging die Band und Carter warf Sticks, die dritte. Er muss einen eigenen LKW dabei haben….Boyd reichte einigen in der ersten Reihe die Hand – 22.40 Uhr, 2,5 Stunden Konzert – alle, alle waren glücklich.

Für mich war es das bisher beste Konzert, das ich live sah, besser als Brüssel 2007 oder Paris 2009 und besser als all meine Erwartungen! DMB sind live wirklich eine Offenbarung – das hat jetzt auch wieder meine Frau erkannt. Ein perfektes Wochenende!

Auch für die Band muss es klasse gewesen sein, wie die DMB Roadcrew auf der offiziellen Homepage schrieb:

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Originally Posted by DMB crew (www.dmband.com) Just coming off the stage after an amazing show in Munich. We played a big’ol building from 1918 that used to be a railway repair facility. The weirdest places seem to bring out the best shows. We’re having a blast out here. Looking forward to a day off in Milan before our show there on Monday. See you soon. Ciao.

The DMB Crew
Saturday, February 20
5:33 PM EST

Das Zenith übertraf meine Erwartungen um Lichtjahre. Bis auf Time bomb, Grux und Dive In (und die zwei Bonus Songs) wurde Big Whiskey komplett gespielt, 10 von 15 Songs, dazu Crash, Crush, Burning down the house, Rapunzel, Watchtower, Two step….ein SUPER SET! Da vermisste ich spontan noch nicht mal #41 oder Jimi Thing. Dave redete diesmal nicht so viel wie „gewöhnlich“, bedankte sich aber bestimmt 10 mal-auch auf deutsch. Boyd war bei diesem Konzert etwas im Hintertreffen, kein Bayou, kein Ants, kein Jimi, aber bei Crush extra langes Solo gespielt, auch Rashawns langes Trompetensolo fehlte wegen fehlendem Jimi Thing. dafür hat er sein können bei Spaceman gezeigt, Tim war klasse und auch Jeff, Stefans Intro zu Watchtower war recht kurz – Egal. Taper und Love-Schild waren auch in München dabei. Mein Schwager hatte das AHA-Erlebnis schlechthin – für das Konzert lieh ich ihm mein altes T-Shirt der CRASH-Tour von 1996. Er wurde drauf angesprochen und als er sich rumdrehte, kannte er die Gruppe junger Fans aus seiner Kneipe – er ist selbst eine Kultfigur mit seiner Gaststätte. Dort plant er nun für den 1. Mai einen Dave Matthews-Abend, zu dem ich als DJ und VJ kommen soll….ich sortiere schon meine Videos, CDs und DVD und designe ein „Musik und Video-Menu DM“

Schaut mal rein..demnächst auf dieser Homepage:
www.kaiserhalle-event.de

Es wäre klasse, wenn viele Proudestmonkeys dazu kämen und dann einen schönen Abend zusammen feiern…

Klaus Brettschneider (aka BrettiMatthews)

SETLIST MUNICH:

Pantala Naga Pampa
Rapunzel
Funny The Way It Is
You Might Die Trying
Seven
Why I Am
Squirm
Spaceman
Crash Into Me
Lying In The Hands Of God
Burning Down The House
You And Me
Crush
Alligator Pie
Shake Me Like A Monkey
Still Water (Tease)
Don’t Drink the Water
—-
Baby Blue
Two Step
All Along The Watchtower

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