DMB Europa-Winter-Tour 2010 – II. Teil
April 13, 2010 in DMB in Europa, Konzertreviews von BrettiMatthews
Die Zuschauer
Natürlich waren auch viele Amerikaner da, teils in Europa lebende, teils echte Dave-Heads, die über den Teich kamen, um DMB mal aus nächster Nähe in „intimate, small venues“ sehen zu können. Aber auch die europäischen Long-time Fans waren ebenso da, wie Neulinge aller Alterklassen. Wie schreib die Süddeutsche Zeitung sinngemäß nach der München-Show: Demoskopen wären froh gewesen, man hätte gut Meinungsumfragen machen können, das Publikum war hervorragend durchmischt.
In Wien waren auch gerade viele aus Osteuropa, die bislang auch keine Chance hatten, DMB live zu sehen. Doch Stefan twitterte, dass er gerne auch mal nach Polen möchte.
Die Zuschauer-Zahlen (geschätzt, nach Fan-Eindrücken)
Nach Fan-Berichten und dem, was man an Infos findet, waren wohl insgesamt rund 80.000 Zuschauer bei den 18 Konzerten, ein Schnitt von rund 4400. Gut, in Amerika brauchen DMB dafür weniger Konzerte, aber sie sind in Europa ja so zu sagen wieder in den Anfangszeiten, und auch in Amerika traten sie teilweise noch 1995 vor wenig Zuschauern auf, wie beispielsweise in Austin (Texas), vor 2799.
Die Hallen in Wien und Skandinavien waren als erste ausverkauft, aber auch nicht so überdimensioniert wie manche über dem Kanal, in Antwerpen oder in Italien. Die Hallen in Deutschland waren erfreulicherweise sehr gut gefüllt, in München und Frankfurt gab es noch Stehplätze an der Abendkasse, aber es war voll. Warum das Management an einem Montag eine 8000 Leute fassende Halle in Antwerpen anmietete, bleibt ein Rätsel. Halbvolle Hallen taten aber der Spielfreude und der Stimmung keinen Abbruch.
Hier eine zusammengetragene Übersicht ohne Anspruch, offizielle Zahlen wider zu geben:
Hamburg – 3000 CCH Saal 1 – voll
Berlin – 3500 Tempodrom – voll
Wien – 3600 Gasometer B – ausverkauft
München – 5000 Zenith – Kap.: 6,000
Mailand – 4500 Palasharp – Kap.: 7000-8000
Rom – 5000 PalaLottomatica – Kap.: 8000-9000
Padua – ??? PalaSport San Lazzaro – Kap.: 4000+
Köln – 4000 Palladium – voll
Antwerpen 2000 Lotto Arena – Kap.: 8000 (Bühne verschoben)
Amsterdam – 5000 Heineken Music Hall – Kap.: 5500
Frankfurt – 4000 Jahrhunderthalle – 4800 (Stehplätze waren noch da)
London – 18000 The O2 – 23000 (oberster Rang war verhangen)
Manchester – 3500 Apollo – voll
Dublin – 5000 The O2 – Kap.: 9500 (viele Sitzplätze verhangen)
Glasgow – 2000 Clyde Auditorium – Kap.: 3500
Birmingham – 2000 The O2 Academy – Kap.: 3000
Kopenhagen – 2000 Falkoner Salen – ausverkauft
Stockhom – 3500 Fryhuset – ausverkauft
Die Vorbands:
Es gab zwei Vorbands auf dieser Tour: Lay Low eröffnete die Abende in Skandinavien und Alberta Cross die anderen, einzig in Birmingham gab es keine Vorband.
Alberta Cross waren bereits 2009 Vorband in Europa und werden als „one of my favorites“ von Dave gepusht, wohl auch, weil sie auf seinem ATO-Label sind, oder sind sie deshalb auf seinem ATO-Label?
Die Opener/Die Zugaben
Elf verschiedene Songs wurden als „erstes Lied“ gespielt – dies bei 18 Konzerten – für Spannung zu Beginn war also gesorgt.
Am öftesten als Zugabe wurde „Baby Blue“ gespielt, solo von Dave auf einer kleinen Gitarre, damit „er größer wirke“ (O-Ton DM), dazu 4-mal das „verschwesterte“ Lied „Sister“.
Die Ticket-Preise
Für rund 50 bis 60 Euro waren Tickets für die Konzerte offiziell erhältlich. Ganz schön happig, aber jedem Fan, der lange auf die Band warten musste,sicherlich wert. Die Frage bleibt, ob mit diesen Preisen für eine relativ unbekannte Band in Europa wirklich viele Neugierige angelockt wurden, um die Fan-Basis zu verbreitern – wohl eher nicht.
Anderseits muss man natürlich auch sehen, dass eine solche Tour sicherlich nicht billig ist. Bei geschätzten 80.000 Zuschauern wären dies geschätzte etwa 4.000.000 Euro Umsatz. Hoffentlich reichte dieses Geld, um die Tour auch wirtschaftlich rentabel sein zu lassen, mit Blick auf die Zukunft.
Die Poster der Tour
Die Dave Matthews Band pflegt ja den Luxus, bei jedem Konzert ein spezielles Konzert-Poster als hochwertigen Druck in limitierter Auflage zu verkaufen. Designed werden diese Poster seit einigen Jahren von MethaneStudios.com. Bei den meisten Konzerten dieser Tour gab es Poster in einer Auflage von 400 Stück. Sie kosteten 20 Euro, kaufte man drei, gab es öfter ein viertes umsonst dazu.
Copyright: www.methanestudios.com
Meist stellen sie einen gelungenen Bezug zur Stadt her, speziell die Poster in Berlin und Köln erweckten bei mir aber den Eindruck, dass die Designer wirklich wenig Kenntnis über Deutschland haben. Die Kuckkucks-Uhr aus dem Schwarzwald bei einem Konzert in der Hauptstadt passt wie der Grand Canyon nach New York City… würde DMB mal nach Stuttgart kommen, wär es ja noch ok… und der bajuvarische Bierhumpen in Köln ist auch gewöhnungsbedürftig gewesen.
Immerhin: Wurde 2009 noch das englische Datumsformat verwendet (MM-DD-YY), so wurde nun das europäische benutzt (DD-MM-YY). Wenn ich mir jetzt mein Parisposter 2009 angucke, könnte es am 7. Januar gewesen sein oder am 1. Juli. Uneinheitlich ist auch die Schreibweise der Städte auf den Postern. Mal einheimisch geschrieben (z.B. KÖLN), mal auf Englisch (ROME), Wien war VIENNA.
Bleibt zu wünschen, dass DMB noch öfter kommen und dann auch diese Qualität besser wird.
ProudestMonkeys.de Aktionen
ProudestMonkeys.de machte sich auf dieser Tour auch bemerkbar. Zum einen wurden Flyer verteilt, zum anderen in Köln nd Frankfurt kleine Aktionen gestartet: In Köln wurde der Anfahrtsweg der Band mit SUAD und Welcome-Postern plakatiert und SUAD Plakate wurden auch an Zuschauer verteilt. Die Idee war, die Hoffnung, den Song „Sweet Up And Down“ (SUAD, zuletzt 2007 gespielt) wiederzubeleben. SUAD wurde leider nicht gespielt, auf der Rückseite stand jedoch THANK YOU. Was als Dank gedacht war, resultierte in einer„Thank You (falletinme be mice elf agin)“ –Anspielung…immerhin!
In Frankfurt wurden mit Beginn von „Shake Me Like A Monkey“ 11 aufgeblasene Wasserbälle gestartet, die die Aufschrift „ProudestMonkeys.de“ trugen. Das Publikum ließ sie durch die Luft fliegen, die Band spielte „Beach Ball“ aber leider nicht. Es war wohl nicht geprobt. Ein Ball lag aber drei Songs lang auf der Bühne!Feedback der Band
Der Band hat die Tour wohl gut gefallen und es ist anzunehmen, dass sie wieder nach Europa kommen. Die Crew äußerte sich entsprechend, so wie etwa in München:
DMBand.com Road Page Notes
Just coming off the stage after an amazing show in Munich. We played a big’ol building from 1918 that used to be a railway repair facility. The weirdest places seem to bring out the best shows. We’re having a blast out here. Looking forward to a day off in Milan before our show there on Monday. See you soon. Ciao.The DMB Crew
Saturday, February 20 5:33 PM EST
Oder nach London:
DMBand.com Road Page Notes
We continue to rock our way across Europe. This tour has been a blast so far. We’ve been enjoying the company of the band Alberta Cross as they’ve opened the shows over here. If you haven’t had the pleasure of hearing these guys, we suggest you do. They’re a crew favorite. Last night’s show at the O2 Arena in London included the return of Sugar Will. We’ve been excited to hear that tune again. In a short while, the doors will be opening here at the Apollo Theatre in Manchester for the show this evening. See you soon…
The DMB Crew
Sunday, March 7
12:25 PM EST
Last gig in Europe today, I could spend a lot more time here, I hope we come back sooner then later! I’m quite sad to be leaving. 7:32 AM Mar 15th >via Twitterrific (in Stockholm (BM)) Stefan postete bei Facebook auch viele seiner selbst aufgenommenen Bilder – ein echtes Andenken…
Auch Dave äußerte sich in Interviews positiv!
Epilog:
Hoffentlich waren sie nicht nur auf einer „City-Sightseeing-Tour mit Konzerten“, sondern wollen wirklich auch den europäischen Markt von nun an mit regelmäßigen Tourneen bearbeiten und erobern!
This was hopefully NOT DMB’s “Last Stop” in Europe…welcome back 2011!

Und wer weiß: Schmeckte es Rashawn im Kölner McDonald ?!
- BrettiMatthews 7.4.2010
War es nicht vorgestern, als die Winter-Europa Tour 2010 der Dave Matthews Band angekündigt wurde? Kommt es Euch nicht auch vor, als ob die Tour erst gestern zu Ende ging? Unglaublich – so lang dieser Winter war, so schnell gingen die Wochen der einmonatigen Europa-Tour von DMB vorbei – Zeit für einen kleinen Rückblick.
Silke: „Wie würde man das buchstabieren, gobbeldy…?“
Ein Tourbetreuer kommt herein und gibt uns „noch zwei Minuten“. Wir stehen vor der Entscheidung, noch schnell die fünfte Frage zu stellen oder uns gemütlich zu verabschieden. Uns scheint es in dem Moment wichtiger, nach der letzten emotionalen Frage einen positiven Abschluss für das Meet & Greet zu finden. So schlage ich Dave vor, die 5. Frage fallen zu lassen und stattdessen noch die Poster, Hoodies und was wir sonst noch unseren Freunden aus dem Fanclub versprochen haben, zu signieren. Er scheint erleichtert und fragt routiniert, für wen die einzelnen Sachen sind. Obwohl sich bei den Betreuern allgemeine Hektik breit macht, lässt sich Dave Zeit und schlägt vor, wenigstens die Poster an die anderen Bandmitglieder weiterzugeben. Da diese sich aber alle bereits auf den Auftritt vorbereiten, wird davon abgesehen, was Dave uns gegenüber tatsächlich bedauert. Es ist schade, dass wir die restlichen DMB-Musiker tatsächlich nicht treffen dürfen.
Bepackt mit drei Taschen Merchandising von und für andere Fans (und uns selbst), einem aufblasbaren Affen (Carolines „Proudest Monkey“) und Mitbringseln für die Bandmitglieder, folgen wir besagtem Kai in den Backstage-Bereich. Von der das Palladium-Parkett umlaufenden Galerie aus beobachten wir Dave, wie er die Vorgruppe „Alberta Cross“ ankündigt. Auf einmal ist es uns bewusst: wir werden die letzten sein, die vor dem Konzert mit Dave sprechen dürfen. Hektik bricht aus. Seth (eine Art „Personal Assistant“ der Band), Kai und ein wichtiger Mensch mit Knopf im Ohr winken uns in einen schmalen Gang, vor dem wir noch nicht einmal die Chance bekommen, die vorbeispazierenden Rashawn und Jeff zu begrüßen. „Ein Treffen mit Deiner Lieblingsband“ sollte dem „größten DMB-Fan Deutschlands“ laut StudiVZ winken, da würden die beiden doch mit hinzukommen – oder etwa nicht?
einem kleinen Tisch voller Kram und einem Regal mit Sprudel. Meine Knie schlockern, „endlich setzen“ denke ich. Spontan platziere ich mich neben Dave auf dem kleinen Zweisitzer und hätte dabei fast die beiden Akustik-Gitarren übersehen, die darauf stehen. Schnell stellt er sie für mich zur Seite, noch bin ich selbst ein Nervenbündel. „Erst einmal begrüßen“ schlägt Caroline vor und tatsächlich: Händeschütteln und Küsschen hätte ich vor lauter Aufregung fast vergessen. Dave entschuldigt sich für seine Bartstoppeln.
„Naja, anfangs dachte ich schon, alle Deutschen wären etwas freaky!“ Wir wundern uns und er erklärt. „Vor Jahren hab ich zum ersten Mal wirklich die Gelegenheit gehabt, eine Deutsche kennenzulernen. Weiß gar nicht mehr, wann und wo genau das war. Sie hieß Nina… Hagen?“ Wir drei Deutschen lachen und wiegeln ab „Nina Hagen ist schon sehr speziell, so sind nicht alle Deutschen.“ Das Eis ist endgültig gebrochen, wir sind alle am lachen. „Ich fand sie nett!“ sagt Dave schnell. „Sie hat mir erklärt, dass Deutsche ‘langsam warm werden’…“ (er macht dabei eine 1A-Nina-Hagen-Schnute, versucht ihre rauchige Stimme zu imitieren) „aber dann werden sie richtig funky!“ Spätestens jetzt hätten wir Nina erkannt, auch wenn Dave sich selbst nicht mehr an den Namen seiner „ersten Deutschen“ erinnert hätte. An ihm ist ein Profi-Schauspieler verloren gegangen. „Lebt die noch?“ fragt er besorgt. „Warum soll sie nicht mehr leben?“ fragt Kai. „Naja, es sterben dauernd Leute, hätte ja sein können.“ Meine Schwester winkt schnell ab „Sie dated glaub ich Männer, die zwanzig Jahre jünger sind als sie selbst. Ich glaub der geht es gut.“
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